
Mit dem Scythe Zipang, japanisch "Aufgehende Sonne", platziert das japanische Unternehmen einen weiteren hochwertigen CPU-Kühler auf dem Markt. Trotz der Beliebtheit der Tower-Kühler, gibt es noch immer ein paar neue Top-Blow-Lösungen, welche durchaus effizient arbeiten können. Der Zipang setzt auf die oft eher unbeliebte Push-Pin-Befestigungsmethode. Daher haben wir den als optionales Zubehör erhältlichen CPU Cooler Stabilizer 775 und die Scythe Thermal Elixer Wärmeleitpaste zur Montage verwendet.

Der Zipang ist übersichtlich verpackt:
Der sorgfältig verarbeitete Kühlkörper:

Das beigelegte Montagezubehör samt Anleitung:

Der 140mm-Lüfter und die Befestigungsklammern:
Der Kühlkörper mit montiertem Lüfter:

Das optionale Zubehör - Thermal Elixer Wärmeleitpaste und CPU Cooler Stabilizer 775:

Etwas bedenklich finden wir den 3-Pin-Lüfteranschluss, denn viele Mainboards, so auch unser Asus P5E3 Premium können den CPU-Lüfter nur per 4-Pin-PWM-Steuerung regeln. Wir haben uns zur Regelung der Drehzahl mit einem Potentiometer beholfen, um die lästige CPU-Lüfterwarnung des Bios zu vermeiden. Andere Lüfteranschlüsse des Mainboards regeln die Lüfter auch über einen 3-Pin-Anschluss, aber dann schlägt das Bios schon während des Bootens Alarm. Wenn man nicht gedenkt die Drehzahl zu reduzieren und den Lüfter auf 100% Drehzahl arbeiten zu lassen, hat man kein Problem. Die Drehzahl kann ausgelesen, aber nicht geregelt werden. Auch bei 1000 RPM ist die Lautstärke nicht unangenehm. Dazu später mehr.
Für den Einbau haben wir zunächst das Montagezubehör mit dem CPU Cooler Stabilizer 775 vorbereitet. Dazu haben wir mit dem Push-Pin-Entfernungswerkzeug die Push-Pins von der beigelegten Kühlerhalterung entfernt und die Backplate-Schrauben befestigt.
Nun muss die Halterung noch mit den beigelegten Schrauben am Kühlkörper befestigt werden. Damit ist die Vorbereitung abgeschlossen und der Einbau kann beginnen.
Nach dem notwendigen Ausbau des Mainboards - man kann hier für die Montage sehr gut eine dritte Hand gebrauchen - positionieren wir die Backplate auf der Rückseite des Mainboards. Erleichtert wird dies durch die kleinen Schraubsockel auf der Backplate, welche man durch die Löcher des Mainboards steckt. Anschließend stecken wir die langen Schrauben von hinten durch die Backplate, halten den vorbereiteten Kühlkörper an die Schrauben und ziehen gleichmäßig alle vier Schrauben an, bis ein fester Sitz des Kühlkörpers auf der zuvor mit Wärmeleitpaste versehenen CPU gewährleistet ist.
Der Einbau ist zwar etwas aufwendiger, gestaltet sich aber als eher unkompliziert.
Für den Leistungstest haben wir alle Gehäuselüfter bis auf den rückwärtigen 120mm Scythe S-Flex deaktiviert. Denn so sind alle gängigen Gehäuse mindestens ausgestattet.
| Komponente | Bezeichnung | Zusatzinformation |
|---|---|---|
| Gehäuse | Thermaltake Xaser VI | - |
| Gehäuselüfter | Scythe S-Flex | 1x 12cm Silentlüfter |
| Netzteil | Enermax Modu82+ | 625W |
| Motherboard | Asus P5E3 Premium WiFi-AP @n | Intel X48 + ICH9R |
| CPU | Intel Core 2 Duo E8400 | @3.600 MHz |
| CPU Kühler | Scythe Zipang | Testexemplar |
| Speicher | OCZ Platinum Enhanced Bandwidth | 2x 2048 MB, DDR3-1600 |
| Grafikkarte | PowerColor Radeon HD 4870 PCS+ | 512 MB GDDR5 |
| Festplatte System | Seagate Barracuda 7200.10 (ST3250410AS) | 250 GB, 16 MB Puffer, SATA2 |
| Festplatte Daten | Western Digital Caviar SE16 (WD4000AAKS) | 400 GB, 16 MB Puffer, SATA2 |
| Soundkarte | Creative Soundblaster X-Fi Extreme Gamer | - |
| DVD-RW | Samsung SH-S182M | Dual Layer Brenner |
| OS | Windows Vista Ultimate | 64 Bit, Service Pack 1 |
Die Temperturmessungen sollen die Leistungsfähigkeit des Scythe Zipang mit dem mitgelieferten 140mm-Lüfter bei Standardtakt des Intel Core 2 Duo E8400 und bei mäßiger Übertaktung mit 3600 MHz testen. Zur Belastung haben wir das Tool Core 2 MaxPerf 1.3 benutzt. Überwacht haben wir die Temperaturen mit Everest Ultimate Edition 5.01. Dabei haben wir jeweils den Höchstwert bei minimaler (660 RPM) und höchster (960 RPM) Drehzahl des Lüfters notiert und in die folgenden Grafiken eingefügt:

Beim Standardtakt des E8400 von 3000MHz liegen 1,17V an. Der Unterschied zwischen maximaler und minimaler Drehzahl des Lüfters ist marginal.

Bei einer Übertaktung auf 3600MHz liegen 1,24V an, was eine deutlich höhere Wärmeentwicklung zur Folge hat. Hier machen sich bei den unterschiedlich eingestellten Lüfterdrehzahlen schon ganze 3°C Differenz bemerkbar.
Der Test sieht in diesem Fall eine messgerätefreie Beurteilung der Lautstärke bei maximaler Drehzahl von 960 RPM und bei minimaler Drehzahl von 660 RPM vor.
| Drehzahl | Geräuschentwicklung |
|---|---|
| 660 RPM (minimal) |
Kaum hörbares Luftrauschen, keine Lagergeräusche, keine Vibrationen |
| 960 RPM (maximal) |
leises Luftrauschen, minimales Schleifgeräusch, keine Vibrationen |
Bei der minimalen Drehzahl von 660 RPM kann man den Lüfter praktisch gar nicht hören und nur wenn die Umgebung Bibliotheksatmosphäre hat, kann man ein wirklich kaum wahrnehmbares Luftrauschen hören. Der Nachteil ist die unter Umständen fehlende Möglichkeit, die Drehzahl überhaupt zu regulieren, denn der Lüfter hat nur einen 3-Pin-Anschluss und lässt sich nicht von jedem Mainboard steuern. Da hilft nur ein Potentiometer.
Allerdings macht der Lüfter auch bei maximaler Drehzahl eine gute Figur. Das Luftrauschen verstärkt sich nur geringfügig und es stellt sich ein minimales Schleifgeräusch ein. Dieses Schleifen hört man auch nur, wenn es im Raum ganz besonders leise ist und man mit dem Kopf recht nah(weniger als 50cm) am PC ist.
Vibrationen konnten bei keiner Drehzahl festgestellt werden. Daher sind oft verwendete Dämpfungsmethoden wie Gummi- oder Silikonabstandshalter gar nicht notwendig.
Der Scythe Zipang mit CPU Cooler Stabilizer und Thermal Elixer Wärmeleitpaste konnte in fast allen Belangen überzeugen. Ein gewisses Manko bringt der 3-Pin-Lüfteranschluss des 140mm-Lüfters ohne PWM mit sich. Die Kühlleistung liegt im befriedigen Bereich. Hingegen vollkommen überragend ist die Montage mit dem CPU Cooler Stabilizer 775. Die Vorbereitung samt anschließender Befestigung mit Hilfe einer Backplate ist zwar aufwendig, aber sehr simpel. Innovativ ist die Nutzung der vorhandenen Push-Pin-Befestigung, welche lediglich einen kleinen Umbau mit dem optionalen Befestigungs-Kit vorsieht. Das kommt auch dem preisbewussten Kunden zugute.
Der Preis für den Zipang mit Standardlieferumfang von z.B. 42,99 EUR wird dadurch gering gehalten. Nur wer der Push-Pin-Befestigung auf dem Sockel 775 nicht vertraut, kauft sich den Stabilizer 775 für beispielsweise 7,99 EUR. Für einen Gesamtpreis von rund 51 Euro hat man einen Kühler mit solider Kühlleistung und sehr guten Akustikeigenschaften.
Wir danken an dieser Stelle Scythe für die schnelle und unproblematische Bereitstellung des Testmusters.
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