

Die Ankündigungen der Hersteller für 2006 lassen auch verwöhnte Hardware-Freunde aufhorchen: Neue Dual-Core Prozessoren jenseits der zwei Gigahertz, rasend schnelle Grafik-Chips, neue Speichertechnik dank DDR2-Speicher und neue Dimensionen im Bereich der Software dank 64 Bit. Aber ist die neue Technik auch ihren Preis wert? Sind die zur Zeit aktuellen und neuen Prozessoren wirklich der Traum eines jeden Spielers, oder wird dabei nur viel Geld für unnötige Power versenkt? Wir haben für euch die aktuellen Trends und die für das Jahr 2006 genauer unter die Lupe genommen. In mehreren Previews möchten wir euch ab jetzt jede zweite Woche einen Einblick in ein spezielles Themengebiet gewähren.
Jeder, der sich etwas für Hardware Details interessiert, dürfte schon einmal auf Begriffe wie Dual-Core Prozessoren, PCI-Express, DDR2-Speicher, Serial-ATA II und vieles mehr gestoßen sein. Denn diese Stichworte beschreiben die wichtigsten Neuerungen der letzten Jahre im PC-Bereich. Mit dieser Preview aus unserer Serie „Hardware-Trends 2006“ möchten wir euch als erstes die aktuellen Techniken im Bereich der Prozessoren näher bringen und zeigen, was uns in Zukunft erwartet.
Das in den letzten Jahren so wichtige Wachstum der Taktfrequenz ist indes deutlich abgeflaut. Seit Mitte 2005 soll die so genannte Dual-Core Technik die Rechenleistung steigern, ohne dass der Leistungsbedarf so stark explodiert wie beim Wettrüsten der Taktfrequenz in den letzten Jahren zwischen den zwei großen Prozessorherstellern, AMD und Intel. Bisher sind wir allerdings erst in einem frühen Stadium der Dual-Core Ära angekommen.
Die aktuellen Dual-Core Prozessoren sind noch sehr stromhungrig und teuer, obwohl sie mit geringer Taktfrequenz arbeiten als ihre einkernigen Kollegen. Auch kämpfen manche Betriebssysteme, manch ein Treiber und Anwendungen noch mit Kinderkrankheiten. Dabei liegt der Schlüssel der Dual-Core Technik in der Software, denn nur mit angepasster Software lassen sich auch die CPUs richtig ausnutzen. Ohne Anpassung laufen sie so effektiv wie ihre einkernigen Kollegen und besitzen damit keinen Geschwindigkeitsvorteil. Zurzeit ist es noch so, dass CPUs mit einem Kern oft schneller sind als Prozessoren mit zwei Kernen, da es kaum Software gibt, die die Multi-Core Technik unterstützt. Somit liegt der Vorteil von zwei Kernen derzeit brach.
AMD bietet momentan für den Desktop Bereich zwei Modellreihen an - als billiger Ableger dient dabei der Sempron, der eher für Sparfüchse gedacht ist. Dieser bietet gegenüber seinem größeren Brüder in der Regel weniger L2-Cache und ist auch niedriger getaktet. So begnügt sich der „Palermo“ mit 128KB oder 256KB L2-Cache.
Die Athlon Serie unterteilt sich dagegen noch mal in drei verschiedene Versionen. So bietet AMD den Athlon 64, den Athlon FX und den Athlon X2 an.
Der Athlon X2 stellt dabei die Dual-Core Variante von AMD dar. Diese Prozessoren werden zur Zeit mit zwei verschiedenen Cores angeboten, dem alten „Manchester“ und den neuem „Toledo". Dabei besitzt der „Manchester“ für jeden CPU-Kern je einen L2-Cache von 512KB, der „Toledo“ dagegen 1MB für jeden CPU-Kern. Durch die Komplexität der Dual-Core Prozessoren lassen sich diese nur mit geringeren Taktraten betreiben als ihre einkernigen Mitstreiter. So ist derzeit beim aktuellen X2 4000+ bei 1.800 MHz Schluss.
Die Athlon FX Serie ist für reine Performancejunkies gedacht. So befindet sich offiziell immer nur ein FX-Modell auf dem Markt und dieses stellt dabei immer die derzeit schnellste CPU von AMD dar. Der aktuelle FX-58 besitzt den „San Diego“ Core, 1 MB L2-Cache und wird mit einem Takt von 2.800 MHz betrieben.

Die Athlon 64 Reihe stellt dabei die aktuelle Standardreihe der Prozessoren von AMD dar, auch hier gibt es wieder die verschiedensten Steppings und Cores. So gibt es Modelle mit 512KB L2-Cache, Modelle mit 1MB L2-Cache und Modelle mit SSE3 Unterstützung.
Sehr beliebt sind zur Zeit die Opterons (Venus Core) von AMD. Die für den ursprünglich Servermarkt entwickelten CPUs sind derzeit bei Übertaktern sehr angesagt, kosten sie doch gegenüber ihren Athlon 64 Brüdern nicht viel mehr und lassen sich sehr gut und weit übertakten. Es kommt nicht selten vor, dass sich ein Opteron 144 mit 1.800 GHz auf 2.600 MHz stabil betreiben lässt, bei nur geringerer VCore Erhöhung.
Um gegen den Pentium-M aus dem Hause Intel im mobilen Sektor zu bestehen, führte AMD in diesem Jahr ebenfalls eine gesonderte Mobile-Prozessorreihe ein. Die „Turion 64“ Serie entspricht dabei im Großen und Ganzen der „Athlon 64“ Serie, bietet nur einige Stromsparfunktionen mehr an und andere geringe Optimierungen.
Intel verfährt fast genauso wie AMD und bietet zwei verschiedene Serien von Prozessoren für den Desktop-Bereich an. So bietet Intel die Pentium Reihe an, aktuell sind hier Pentium 4 und Pentium D, zusätzlich gibt es noch deren deutlich leistungsschwächere Spar-Ausführung Celeron D, der das Gegenstück zum Sempron aus dem Hause AMD ist.

Der Pentium 4 steht dabei für die Einkern-Prozessoren, der Pentium D dagegen für die Zweikern-Prozessoren. Bei den Celeron ist die Bezeichnung aber etwas anders. So steht das D beim Celeron nicht für Dual-Core sondern dafür, dass es sich um einen Celeron im 90 nm Fertigungsverfahren handelt. Die Celerons ohne Zusatz sind ältere Modelle in einem größeren Fertigungsprozess.

Die wohl zurzeit am beliebtesten Prozessorenreihe von Intel ist der Pentium-M. So bietet Intel den Pentium zurzeit mit einen Frontsidebus (FSB) von 400 und 533 MHz an und einem zwei Megabyte großen L2-Cache. Die Taktraten reichen dabei von 1,6 GHz bis hin zu 2,2 Ghz. Aber wieso sind diese Prozessoren zurzeit so gefragt? Das liegt daran, dass der Pentium-M das darstellt, was eigentlich der Pentium 4 sein sollte. So verbraucht der Pentium-M weniger Strom als sein Kollege, bleibt damit kühler und bietet zudem bei gleichem Takt eine viel höhere Rechenleistung! Gebremst wird diese Entwicklung nur dadurch, dass es kaum Mainboards für Desktop-PCs mit dem passenden Pentium-M Sockel gibt. Neben dem Pentium-M gibt es noch den kleineren Bruder, Celeron-M.
Neben AMD und Intel bietet noch das Unternehmen VIA Prozessoren mit dem Namen C3 Cyrix an. Diese kommen zwar mit sehr wenig Strom aus, erreichen aber auch nur eine sehr geringe Rechenleistung. Damit disqualifizieren sie sich für aktuelle Gamer- und Allround-PCs. In HTPCs (Home-Theater-Personal-Computer, auch als Wohnzimmer PCs bekannt) werden sie dagegen oft und gerne verbaut. Hier kommt es nicht so um auf die Rechenleistung an, sondern darum, die CPU so effektiv und leise wie möglich zu kühlen, möglichst ohne aktive Kühler.