
Die Roadmap von Intel verrät noch nicht sehr viel über dessen Pläne für das Jahr 2006. Intel arbeitet genauso wie AMD kräftig daran, die neue Produktlinie der Dual-Core CPUs weiter auszubauen.
Eine größere Veränderung steht dann aber dennoch im Hause Intel an. So wird man sich im dritten Quartal 2006 nun nach über sechs Jahren vom Pentium 4 und dessen Netburst-Architektur verabschieden. Einst wurde die Netburst-Architektur angepriesen - mit dieser schnellen und flexiblen Architektur wollten einst die Intel Ingenieure die 10 GHz knacken. Doch heute wissen wir, dass diese Architektur dann doch nicht die ganz große Erfüllung für Intel war. So scheiterte spätestens der Prescott an dieser Architektur.
Dieser leidet an hohem Leistungsverlust, was sich darin wiederspiegelt, dass er sehr heiß wird und einen Verbrauch von bis zu 130 Watt hat. Auch die lange Pipeline trug dazu bei, dass der Pentium 4 nicht die gewünschte Leistung entfalten konnte wie erhofft und somit im Duell gegen AMDs Athlon immer wieder den kürzeren zog. Zwar konnte Intel dieses die letzten Jahre damit ausgleichen, indem man den Pentium höher taktete als den Gegenspieler von AMD. Doch nun wurde die physikaliche Grenze erreicht. Trotzdem bringt Intel Anfang des Jahres noch einen weiteren Core der Netburst-Architektur, genannt „Presler“. Der Presler wird dabei in zwei Varianten eingesetzt, dem Pentium D 940 mit 3,2 GHz und dem D 950 mit 4,4GHz, beides Dual-Core Prozessoren.
Mit dem Pentium-M, auch bekannt unter dem Markennamen „Centrino“, hat man aber bewiesen, dass es auch anders geht. Dessen Architektur basiert auf einem verbesserten, ehemaligen Pentium III. So wurden viele Teile optimiert, was durch den technologischen Fortschritt nun möglich wurde, zum Beispiel wurde die Strukturgröße von 150nm auf 90nm verringert. Auch wurden die ganzen heute bekannten Stromsparfunktionen integriert. Somit ist der Pentium-M eine stromsparende und gleichzeitig sehr Leistungsfähige CPU.
So verwundert es auch nicht, dass Intel für den Pentium 5 die Pentium-M Architektur aufgreift und diese bei der Entwicklung des neuen Prozessors mit einfließen lässt. Der unter dem Codenamen Entwickelte „Conroe“ soll das Gleichgewicht wiederherstellen. Intel wird den „Conroe“ bei Ein- als auch bei Zweikernvarianten einsetzten, die ersten Modelle werden einen L2-Cache von zwei Megabyte je Kern besitzen.
Aber selbst der Pentium-M erfährt im ersten Quartal 2006 ein Update, dann nämlich erscheint die erste Mobile Dual-Core CPU von Intel, Codename: „Yonah“. Diese erscheint zeitgleich mit der passenden neuen Plattform „Napa“, die die „Somona“ ablöst. Der „Yonah“ wird dabei in der 65-Nanometer-Technologie gefertigt.
Neben der „Somona“ und „Napa“-Plattform für den mobilen Bereich führt Intel im kommenden Jahr so etwas Ähnliches für den Desktop-Bereich ein, genannt „VIIV“. „VIIV“ ist speziell für Multimedia PCs gedacht - nach Intels Willen soll es PCs schmücken, die besonders für den Bereich Digital Home ausgelegt sind. Eingeführt werden soll diese Marke bereits im ersten Quartal des kommenden Jahres. Wie schon bei der „Centrino“ Plattform müssen dazu bestimmte Kriterien erfüllt sein, um die Marke tragen zu dürfen. Als Grundlage dient dazu stets ein Dual-Core Prozessor sowie ein dazu passender Chipsatz von Intel. Ebenfalls eine Voraussetzung für die „VIIV“-Plattform ist das Vorhandensein einer Fernbedienung, sowie einer Funktion Namens „Quick Resume“, die es ermöglichen soll, das System ohne zeitaufwendigen Bootvorgang zu starten. Weiterhin werden diese Systeme in der Lage sein, in Echtzeit Streams um zu codieren.
Ebenfalls führt Intel auch noch eine Virtualisierungstechnologie ein wie AMD, der Name lautet hier Vanderpool. Die Virtualisierungs-Technik ermöglicht es genauso wie die Lösung von AMD, mehrere Betriebssysteme auf Hardwareebene auf einem Rechner laufen zu lassen. Erste CPUs mit dieser Technik erscheinen bei Intel aber noch dieses Jahr im Form des Pentium 4 672 und Pentium 4 662.
Im Laufe des nächsten Jahres wird uns Intel auch mit neuen Logos beglücken - so wurden diese einem Tapetenwechsel unterzogen und erscheinen dann im neuen Glanz.
Intel Prozessor-Roadmap im Bereich Desktop: (inoffiziell)
| Prozessor | Kern | Sockel | Launch |
|---|---|---|---|
| Pentium D 950 | Presler | 775 | Q1 2006 |
| Pentium D 940 | Presler | 775 | Q1 2006 |
| Pentium D 840 | Smithfield | 775 | - |
| Pentium D 830 | Smithfield | 775 | - |
| Pentium D 820 | Smithfield | 775 | - |
| Pentium D 840 | Smithfield | 775 | - |
| Pentium D 673 | Cedar Mill | 775 | - |
| Pentium D 672 | Prescott | 775 | Q1 2006 |
| Pentium D 670 | Prescott | 775 | Q1 2006 |
| Pentium D 663 | Cedar Mill | 775 | - |
| Pentium D 653 | Cedar Mill | 775 | - |
| Pentium D 643 | Cedar Mill | 775 | - |
| Pentium D 633 | Cedar Mill | 775 | - |
| Pentium D 631 | Cedar Mill | 775 | - |
Im nächsten Jahr werden uns einige neue Technologien im Bereich der Prozessoren erwarten. Wobei AMD eher darauf setzt, seine aktuelle Produktpalette weiter auszubauen und um einige Features zu erweitern, so wie DDR2-Support und einiges mehr. Bei Intel hingegen ändert sich in der zweiten Jahreshälfte einiges, wenn die neue Generation mit dem wahrscheinlichen Namen Pentium 5 das Licht der Welt erblicken wird.