

Hat man sich für einen Prozessor entschieden, geht schon die nächste Entscheidungsphase weiter. Alle drei großen Hersteller (AMD, Intel und nVidia) von Mainboard-Chipsätzen bieten gute Produkte an. Wobei es bei den einen oder anderen zu Problemen kommen kann, doch dazu später mehr.
Als erstes sollte man sich also im Klaren darüber sein, ob man ein Mainboard mit integrierter GPU, oftmals auch als IGP bezeichnet oder auf eine dezidierte Grafikkarte wählt. Vorteil einer IGP ist das diese weniger verbraucht, keinen zusätzlichen Platz im Gehäuse benötigt und zum anderen eine Wärmequelle weniger aufweist. Weiterhin muss man sich überlegen welche Anschlüsse brauche ich, DVI, HDMI, S/PDIF, eSATA und so weiter. Manche Mainboard-Hersteller bieten in letzter Zeit auch spezielle Version speziell für einen HTPC an, meist wurde dort mehr Wert auf dem Sound-Chip und den Anschlüssen gesetzt und bieten teilweise auch schon WLAN. Bedenkt aber auch ein passendes Mainboard im richtigen Formfaktor zu wählen, denn ein ATX-Mainboard passt in kein mATX, geschweige denn in ein Pico-Gehäuse.

Wie weiter oben schon angesprochen, haben die Mainboard-Chipsätze mit integrierter GPU stellenweise Probleme oder wirken irreführend. Wir möchten euch nun die unserer Meinung nach wichtigsten Fakten näher bringen, es kann also auch gut möglich sein das auch andere, speziell nur mit eurer Hardware-Konfiguration auftreten Probleme existieren.
Während die Desktop-Grafikkarten von AMD (laufen unter dem Label ATi), seit den Radeon HD 2000 Karten 5.1 L.PCM Sound über HDMI übertragen können, die HD 4000 Serie sogar 7.1 L.PCM, können die integrierten Chipsätze unverständlicherweise nur 2.0 L.PCM übertragen, auch der neue 785G Chipsatz ist davon betroffen.
Ein weiteres bekanntes Problem ist der 1080i Bug, der in Verbindung mit einem Athlon 64 auftritt. Die neueren Phenom oder Athlon II Modelle sind davon nicht betroffen. Grund ist die geringere HT-Bandbreite der älteren Athlon 64 Modelle, wodurch es zu Leistungseinbußen und Bildfehlern kommt.
Unter den HTPC Besitzern haben die Chipsätze von Intel den schlechtesten Ruf, die Chipsätze laufen recht stabil, doch die Video-Beschleunigung ist gegenüber den Modellen von AMD und nVidia schlechter. Doch wie es scheint hat Intel in letzter Zeit mit neueren Treibern das Problem eingrenzt. Es reicht zwar immer noch nicht um den beiden anderen Konkurrenten zu überflügeln oder gleich zu ziehen, doch ist der Abstand nicht mehr als zu groß. Weiterhin hat die X4500HD Lösung Probleme bei der 24p Wiedergabe.
Die Chipsätze von nVidia galten bis dato zu den am geeignetsten von allen, liefen sie doch recht stabil, boten eine gute Video-Beschleunigung und als extra den Support von Cuda, worauf wir später noch genauer eingehen. Auch bieten die neueren Chipsätze als einzigste im IGP-Bereich 5.1 L.PCM über HDMI an.
Doch wie bei AMD, können auch die nVidia Chipsätze die neuen HD-Tonformate nicht übertragen, wie zum Beispiel DTS-HD Master oder Dolby TrueHD. Auch die Desktop-Grafikkarten sind dazu nicht in der Lage.
Doch in letzter Zeit haben auch die nVidia Chipsätze mit Problemen zu kämpfen, was speziell auf die Treiber zurück zuführen ist. So klagen viele Besitzer seit den 186.xx Treibern über Probleme, das kein Bild mehr auf dem LCD angezeigt wird oder das HDCP nicht unterstützt wird, womit keine einwandfreie Blu-Ray Wiedergabe möglich ist. Bei den neueren 190.xx Treiber werden oft falsche Auflösungen erkannt. Auch die HDMI Treiber sind nicht fehlerfrei und so kann es schon mal vorkommen, das man bei MP3-Wiedergabe keinen Sound hört.
Auch der Sound spielt bei einem HTPC eine sehr große Rolle, soll es nur ein einfacher OnBoard Sound sein oder möchte man Sound auch über HDMI ausgeben? Müssen es dann auch noch die neuen HD-Tonformate sein, kann man nicht jede Variante nehmen.
Speziell für die neuen HD-Tonformate sind aktuell nur zwei Soundkarten dazu in der Lage, zum einen die Xonar HDAV1.3 von Asus und die X-Fi HomeTheater HD von AuzenTech. Muss es nur Dolby Digital oder DTS über HDMI sein, dann reicht auch eine neuere IGP oder Grafikkarte von AMD oder nVidia.

Einige Hardware-Konfigurationen von unseren Lesern könnt ihr in unser Datenbank einsehen, dort sind auch die Verbrauchswerte der einzeln Systeme übersichtlich mit angegeben.