
Nach langer Wartezeit ist nHancer, das Tuning-Tool für GeForce-Grafikkarten, in der offiziellen Version 2.1.0 verfügbar, welche am 17.12.2006 veröffentlicht wurde. Das Tool zeichnet sich seit jeher durch seine übersichtliche Benutzeroberfläche und die umfangreichen Tuningfunktionen aus, die die Möglichkeiten des Control Panels bei weitem übersteigen. Die brandneuen GeForce8-Grafikkarten werden mit der Version 2.1.0 nun vollständig unterstützt, genau wie die aktuellen Forceware-Versionen 96 und 97. Außerdem ist die umfangreiche Homepage, auf der eine umfassende Beschreibung des Tools sowie umfangreiche Erläuterungen zu Fachbegriffen zu finden sind, nun auch komplett in deutscher Sprache verfügbar. Grund genug, einen Blick auf dieses Tool zu werfen und es denjenigen vorzustellen, die nach einer einfach bedienbaren und zugleich leistungsstarken Alternative zum Control Panel der Forceware suchen.
Es werden nur GeForce-Grafikkarten unterstützt, die mit einer Forceware ab Version 60 auf einem der genannten Betriebssystem laufen. Der Support für Windows Vista wird kommen sobald finale Treiber von nVidia dafür verfügbar sind. Außerdem wird .NET Framework 2.0 benötigt. Dies dürfte auf den meisten Systemen ohnehin installiert sein, da es von immer mehr Anwendungen vorausgesetzt wird. Da .NET Framework 2.0 außer ein paar Megabyte Festplattenspeicher keinerlei Ressourcen belegt, gibt es auch keinen Grund es nicht zu installieren – einen Codec, den man zum Abspielen von Mediendateien im Internet benötigt, lädt man ja auch ohne großes Zögern auf den Rechner.
Einfach ausgedrückt ist nHancer ein Tool für nVidia-Grafikkarten, mit dem man alle Parameter ändern kann, die mit der Darstellung von 3D-Grafik zu tun haben. Dabei ist das Tool sehr übersichtlich gehalten und bietet zu jeder Einstellmöglichkeit umfangreiche Erklärungen. Es ist einfacher und komfortabler zu bedienen als das Control Panel des nVidia-Treibers. Darüber hinaus bietet nHancer zahlreiche Optionen, die nicht über das Control Panel verfügbar sind. Das Tool richtet sich also sowohl an „normale“ Anwender, denen das Control Panel zu umständlich ist und die mit den Fachbegriffen allein wenig anfangen können, als auch an Experten, die wirklich das Optimum aus ihrer Hardware herausholen wollen. Das Tool ist einschließlich aller Hilfstexte in Deutsch, Englisch, Spanisch und Polnisch verfügbar, die Homepage www.nhancer.com auf Deutsch und Englisch. Auf der Homepage gibt es auch ein Forum, in dem man auf Deutsch und Englisch Fragen stellen und eventuelle Probleme diskutieren kann.
Eine Besonderheit von nHancer ist die Kompatibilität zu anderen Tools. So erkennt nHancer Einstellungen, die mit anderen Tools, wie etwa dem nVidia Control Panel, aTuner oder Rivatuner, vorgenommen wurden, sofort und zuverlässig. Was nHancer nicht bietet sind Einstellmöglichkeiten für Overlay oder Overclocking. Stattdessen ist das Tool auf Optionen, die die Darstellung von 3D-Grafik betreffen, fokussiert und bietet auf diesem Gebiet wirklich alle Möglichkeiten.
Zunächst einmal unterstützt nHancer sowohl einzelne Grafikkarten, als auch SLI- und Quad-SLI-Konfigurationen - also alles, was die Produktpalette von nVidia aktuell hergibt. Neben einer übersichtlicheren Darstellung der im Control Panel vorhandenen Einstellmöglichkeiten bietet nHancer weitere Optionen an, die nicht im Control Panel zu finden sind. Besonders interessant sind dabei die zusätzlichen Anti-Aliasing-Modi, die erweiterten Einstellungen des anisotropen Filters und erweiterte Kompatibilitäts-Optionen. Das alles wird über ein übersichtliches und flexibel anpassbares deutschsprachiges Benutzerinterface zugänglich gemacht.
Schon auf den ersten Blick wird deutlich, wie übersichtlich die Benutzeroberfläche ist. Im Grunde findet man sich sofort intuitiv zurecht.

Links oben befindet sich die Liste der Profile. Das offene Profilsystem ist eine Besonderheit des nVidia-Treibers. Es ermöglicht dem Anwender, für jedes Spiel individuelle Einstellungen zu speichern. Diese Einstellungen werden in einem sogenannten Profil gespeichert, welches der Treiber automatisch beim Programmstart lädt. Diese Profile können mit nHancer schnell und bequem erstellt, geändert und verwaltet werden.
Unterhalb der Profilliste werden die Beschreibungen und Hilfstexte angezeigt. Zu jedem einzelnen Menüpunkt und zu jeder einstellbaren Option findet man hier umfassende Erklärungen und Informationen, sobald man eine Option auswählt. Die Elemente der Nutzeroberfläche sind beliebig skalierbar, so dass erfahrene Anwender, welche die Hilfstexte nicht benötigen, diese auch minimieren können.
Auf der rechten Seite befinden sich alle verfügbaren Optionen, welche die Darstellung von 3D-Grafik betreffen. Diese sind in einer Art Karteisystem ihrem Zweck nach geordnet. Unter „Aufwertungen“ findet man alle Einstellmöglichkeiten, welche die Bildqualität verbessern. Dazu gehören unter anderem das Anti-Aliasing, der anisotrope Texturfilter und die Bildschirmsynchronisation. Unter „Optimierungen“ sind die Optionen untergebracht, die die Geschwindigkeit erhöhen, was meist zu Lasten der Bildqualität geht. Hier sind unter anderem nVidia’s Optimierungen der Texturfilter einstellbar. Im Menü „Kompatibilität“ kann man verschiedene Einstellungen vornehmen, welche die Kompatibilität von aktuellen Grafikkarten zu älteren Spielen herstellen. SLI und SLI Modus beherbergen alle Optionen, um ein SLI-System einzustellen. Dies umfasst Einstellungen zu SLI Modi und SLI-Kompatibilitätseinstellungen, mit denen SLI auf die Erfordernisse des entsprechenden Spiels abgestimmt werden kann.
All diese Optionen kann man entweder global (also allgemeingültig für alle 3D-Anwendungen und Spiele) oder für ein ausgewähltes Profil ändern. Das muss oberhalb der Karteireiter ausgewählt werden. Standardmäßig ändert man die globalen Einstellungen. Dies geschieht umgehend, man muss keinen „OK“-Button oder sonst etwas zur Bestätigung klicken. Die Einstellungen werden sofort automatisch übernommen. Es ist sogar möglich, mitten im Spiel mit ALT+Tab auf den Desktop zu wechseln, im nHancer Einstellungen zu ändern und wieder zurück ins Spiel zu wechseln, wo die Änderungen dann bereits umgesetzt wurden und schon sichtbar sind. Dies funktioniert in den meisten Fällen problemlos. Auf diese Art kann man schnell die Auswirkungen der Einstellungen praktisch nachvollziehen, ohne lange theoretische Überlegungen anstrengen zu müssen.
Ist das Experimentieren abgeschlossen, können Profile eine sehr komfortable Sache für wirklich jeden Anwender sein. Es stimmt zwar, das nVidia selbst in den Treibern die meisten Profile für SLI-Konfigurationen veröffentlicht, aber grundsätzlich kann man für jede unterstützte Grafikkarte und für jedes Spiel eigene Profile erstellen. Dies hat den Vorteil, dass man genau einmal die richtigen Einstellungen vornimmt, diese in einem Profil speichert und sich anschließend das Ändern der Einstellungen im Control Panel vor jedem Spielstart sparen kann, was auf die Dauer äußerst komfortabel ist. Denn in der Praxis unterscheiden sich Spiele stark in ihrem Hardware-Hunger. Vor allem neue Spiele benötigen oftmals die maximale Leistung, während die Grafikkarte bei älteren Spielen genug Reserven für Bildverbesserungen, wie beispielsweise Anti-Aliasing, haben. Um nun nicht ständig die Einstellungen manuell ändern zu müssen, legt man einfach ein Profil für jedes Spiel an. Das Beste dabei: nHancer muss nicht einmal im Hintergrund laufen. Es genügt völlig, die Profile einmal zu erstellen. Diese werden dann vom Treiber selbständig verwaltet und automatisch verwendet, wenn das zugehörige Spiel gestartet wird.
Nein! Es sind im Grunde die gleichen Schritte nötig, wie für die Änderung der globalen Einstellungen. Dazu kommt jetzt noch die Auswahl der Startdatei des Spiels, für welches das Profil erstellt werden soll. Dafür muss man nur wissen, wie diese Datei genau heißt. Dies lässt sich leicht herausfinden. Beispielsweise durch die Verknüpfung auf dem Desktop oder durch einen Blick ins Installationsverzeichnis. Hat man den Dateinamen gefunden, erstellt man ein neues Profil im nHancer. Dort gibt man dann die Datei an und nimmt die gewünschten Einstellungen vor. Nur wählt man jetzt im Hauptmenü oben rechts nicht „Global“, sondern „Profil“ aus. Die Einstellungen für das Profil nimmt man genau einmal vor, dann werden diese stets automatisch vom Treiber geladen, sobald das zugehörige Spiel gestartet wird. Es ist auch möglich, Profile in Dateien zu exportieren oder aus Dateien zu importieren. Etwas komplizierter verhält es sich mit den Einstellmöglichkeiten von SLI-Profilen, was aber am Konzept des nVidia-Treibers liegt. nHancer ermöglicht die Änderung der SLI-Bits, wodurch man SLI auch in Spielen nutzen kann, für die nVidia selbst (noch) keine SLI-Profile im Treiber hinterlegt hat. Auch dazu findet man auf der Homepage umfassende Erklärungen, die hier zu weit gehen würden.


Wem das Control Panel der aktuellen Forceware-Versionen zu kryptisch ist, dem sei nHancer wärmstens empfohlen. Das übersichtliche und sinnvoll geordnete Benutzerinterface sowie die umfangreichen Hilfstexte erleichtern den Umgang mit den 3D-Einstellungen erheblich. Die intuitive Bedienung und die weiterführenden Erklärungen ermöglichen einen schnellen Einstieg und man wird schnell erkennen, dass die Welt der 3D-Einstellungen gar nicht so kompliziert ist. Die komfortable Handhabung von Profilen wird man schnell schätzen lernen und nicht mehr missen wollen, wenn man oft und gerne 3D-Spiele spielt und dabei gern die optimale Darstellungsqualität genießen möchte.
Wem die Einstellmöglichkeiten des Control Panels der aktuellen Forceware-Versionen nicht umfangreich genug sind, dem sei nHancer ebenso empfohlen. Man kann unter anderem Anti-Aliasing- und Texturfilter-Modi einstellen, die vom Control Panel nicht angeboten werden. Für SLI-Nutzer gibt es die Möglichkeit, die SLI-Bits zu ändern und zu experimentieren. Die Einstellmöglichkeiten für Profile und globale Einstellungen bieten alle verfügbaren Optionen und lassen keinerlei Wünsche offen.
Insgesamt spricht das Tool ein sehr breites Spektrum von Anwendern an und kann grundsätzlich für jeden interessant und nützlich sein - wenn eine GeForce-Grafikkarte im Rechner steckt. Das Tool ist sehr klein und kostenlos – einem Selbstversuch sollte also nichts im Wege stehen. Da nHancer vor der Installation automatisch ein Backup der aktuellen Systemeinstellungen vornimmt, kann man auch ruhigen Gewissens experimentieren und falls wider Erwarten doch etwas schief gehen sollte den alten Systemzustand wiederherstellen.
Dieser Artikel soll und kann nur einen ersten Eindruck vermitteln. Auf www.nhancer.com ist ein umfangreiches Handbuch in Deutsch und Englisch verfügbar, in dem jedes Detail ausführlich erklärt und beschrieben wird.
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